Frisch eingedecktes Satteldach mit roten Tondachziegeln auf einem Einfamilienhaus
Klare OrientierungPreise pro qm nach Eindeckungsart, Beispielrechnung für ein komplettes Dach und Förderung im Überblick.

Kosten Dach

Dach neu decken Kosten: Was die Neueindeckung 2026 kostet

Du planst eine neue Dacheindeckung und willst wissen, mit welchen Kosten du rechnen musst? Hier findest du realistische Preise pro Quadratmeter für Betondachstein, Tondachziegel, Bitumenschindeln und Schiefer, plus Zusatzkosten für Gerüst, Entsorgung und Dämmung.

Ein neues Dach gehört zu den größten Einzelposten bei der Sanierung eines Hauses. Wie viel du zahlst, hängt vor allem vom gewählten Material, der Dachform und davon ab, ob nur die Eindeckung erneuert wird oder gleichzeitig auch die Dämmung. 2026 liegen die Preise für eine komplette Neueindeckung in Deutschland zwischen 50 € und 250 € pro Quadratmeter. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit rund 120 Quadratmetern Dachfläche kommen so schnell 8.000 € bis 25.000 € zusammen. In diesem Ratgeber bekommst du konkrete Preise je Eindeckungsart, siehst, was Gerüst und Entsorgung zusätzlich kosten, und erfährst, welche Förderungen die Sanierung günstiger machen.

Was kostet es, ein Dach neu zu decken?

Der Preis fürs Neudecken setzt sich aus mehreren Positionen zusammen: dem Abriss der alten Eindeckung, der fachgerechten Entsorgung, dem neuen Material samt Unterspannbahn und Lattung, der Montage sowie dem Gerüst. Wie hoch die Gesamtkosten am Ende ausfallen, bestimmen vor allem drei Faktoren: das gewählte Eindeckungsmaterial, die Dachform und -neigung sowie der Zustand des Dachstuhls darunter. Ein einfaches Satteldach ohne Gauben und Kehlen lässt sich spürbar günstiger neu eindecken als ein stark gegliedertes Walmdach mit mehreren Dachfenstern und Anbauten, weil hier deutlich mehr Zuschnitt, Anschlüsse und Arbeitszeit anfallen.

Wichtig für deine Kalkulation: Wird nur die Eindeckung getauscht und der Dachstuhl bleibt unverändert, sparst du gegenüber einer kompletten Dachsanierung mit neuer Dämmung deutlich. Willst du gleichzeitig eine Aufsparrendämmung einbauen, etwa weil du das Dachgeschoss ausbauen oder energetisch sanieren möchtest, kommen schnell weitere 60 € bis 120 € pro Quadratmeter obendrauf.

Betondachstein

Günstigste Standardlösung, ab rund 70 €/qm, große Farb- und Formenauswahl.

Tondachziegel

Klassische Optik, ab etwa 90 €/qm, besonders langlebig und wertsteigernd.

Bitumenschindeln

Leichte, günstige Lösung für einfache Dächer und Anbauten, ab rund 50 €/qm.

Wer ohnehin die komplette Außenhülle des Hauses anpackt, saniert meist auch die Fassade mit. Einen Überblick über realistische Preise dafür findest du im Ratgeber Malerarbeiten Kosten pro qm – so lässt sich das Budget für Dach und Fassade gemeinsam realistisch planen.

Kosten pro Quadratmeter nach Eindeckungsart

Die Materialwahl ist der größte Kostentreiber beim Neudecken. Bitumenschindeln und Trapezblech sind am günstigsten, Naturschiefer und Reet mit Abstand am teuersten. Die folgende Tabelle zeigt dir realistische Preise pro Quadratmeter inklusive Material und Montage, ohne Gerüst und Entsorgung.

Dachart / EindeckungPreis pro qm (Material + Montage)
Bitumenschindeln50 € – 90 €
Trapezblech / Metalldach60 € – 100 €
Betondachstein70 € – 110 €
Tondachziegel90 € – 150 €
Schiefer150 € – 250 €
Reetdach200 € – 350 €
Tipp: Hol dir mindestens drei Angebote von Dachdeckerbetrieben ein und lass dir Material, Lattung, Unterspannbahn, Gerüst und Entsorgung immer getrennt ausweisen. So erkennst du versteckte Aufschläge und kannst Angebote wirklich vergleichen.

Kosten für ein komplettes Dach

Für ein Satteldach mit 120 Quadratmetern Dachfläche und Betondachstein zahlst du inklusive Gerüst und Entsorgung der Altdeckung häufig zwischen 11.000 € und 15.000 €. Entscheidest du dich für Tondachziegel, liegst du eher bei 14.000 € bis 20.000 €. Bei Schiefer oder einer aufwendigen Sonderform mit vielen Gauben und Kehlen können 25.000 € oder mehr zusammenkommen. Ein größeres Haus mit 180 bis 200 Quadratmetern Dachfläche verschiebt diese Summen entsprechend nach oben – als Faustregel gilt: Pro zusätzlichen 10 Quadratmetern Dachfläche kommen bei Betondachstein etwa 900 € bis 1.100 € hinzu.

Was ein Dach zusätzlich verteuert

  • Mehrere Gauben, Kehlen oder Dachfenster
  • Steile Dachneigung über 45 Grad
  • Schlechte Zufahrt oder enges Grundstück (Erschwerniszuschlag)
  • Sanierungsbedarf am Dachstuhl selbst, etwa morsche Balken oder Schädlingsbefall

Nicht nur das Dach, auch andere sicherheitsrelevante Bauteile verdienen bei einer größeren Sanierung einen Blick. Vermietest du gewerblich oder sanierst ein Mehrfamilienhaus, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die Kosten für eine Brandschutztür, die bei größeren Umbauten ohnehin oft Pflicht wird.

Handwerker deckt ein Satteldach mit neuen roten Dachziegeln ein
Bei der Neueindeckung werden Lattung, Unterspannbahn und Ziegel Reihe für Reihe montiert.

Zusatzkosten: Gerüst, Entsorgung und Dämmung

Neben der reinen Eindeckung fallen fast immer weitere Positionen an, die viele Hausbesitzer beim ersten Angebot unterschätzen. Ein Gerüst rund um das Haus kostet meist 8 € bis 12 € pro Quadratmeter Fassadenfläche, bei einem Einfamilienhaus also oft 1.000 € bis 2.500 € pauschal für die gesamte Standzeit. Die fachgerechte Entsorgung der alten Eindeckung schlägt mit weiteren 10 € bis 15 € pro Quadratmeter zu Buche – besonders bei alten Asbestzementplatten, für deren Rückbau eine spezialisierte Fachfirma und zusätzliche Schutzmaßnahmen nötig sind.

Wird gleichzeitig eine Aufsparrendämmung eingebaut, kommen je nach Dämmstoff und -stärke weitere 60 € bis 120 € pro Quadratmeter hinzu. Auch neue Dachrinnen und Fallrohre werden bei einer Neueindeckung häufig gleich mit erneuert, da die alten Rinnen meist nicht mehr zum neuen Traufbereich passen – rechne hier mit 30 € bis 60 € pro laufendem Meter.

Förderung und Zuschüsse fürs neue Dach

Wenn du im Zuge der Neueindeckung auch dämmst, kannst du von staatlicher Förderung profitieren. Über die KfW-Förderung für Einzelmaßnahmen (BEG EM) gibt es 2026 einen Zuschuss von 15 Prozent der förderfähigen Kosten für eine Dachdämmung, mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP-Bonus) sogar 20 Prozent. Zusätzlich kannst du die reinen Handwerkerkosten – also nur die Arbeitsleistung, nicht das Material – mit bis zu 1.200 € pro Jahr von der Steuer absetzen, sofern du für dieselbe Maßnahme keine andere Förderung in Anspruch nimmst.

Tipp: Stelle den Förderantrag immer vor Auftragsvergabe. Wird zuerst beauftragt und erst danach der Antrag gestellt, lehnen KfW und Steuerberater den Zuschuss beziehungsweise die Abzugsfähigkeit häufig ab.

Wer die Dachsanierung als Teil einer größeren Modernisierung plant, findet im Ratgeber Haus renovieren von heldenratgeber.de eine Übersicht, welche weiteren Maßnahmen sich zeitlich und finanziell sinnvoll bündeln lassen.

Häufige Fragen zu Dach-neu-decken-Kosten

Wie lange dauert es, ein Dach neu zu decken?
Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit Satteldach dauert die reine Neueindeckung inklusive Gerüstauf- und -abbau meist eine bis zwei Wochen. Bei komplexeren Dächern mit vielen Gauben oder wenn zusätzlich gedämmt wird, solltest du eher drei bis vier Wochen einplanen.
Kann ein Dach im Winter neu gedeckt werden?
Ja, grundsätzlich ist das möglich, allerdings mit Einschränkungen bei Frost, Schnee oder starkem Wind, da die Sicherheit auf dem Gerüst dann nicht gewährleistet ist. Die meisten Dachdeckerbetriebe planen größere Neueindeckungen deshalb bevorzugt zwischen Frühjahr und Herbst.
Muss ich beim Neudecken auch die Dämmung erneuern?
Nein, das ist keine Pflicht. Wird aber im Zuge der Sanierung ohnehin die komplette Dachhaut geöffnet, lohnt sich eine gleichzeitige Aufsparrendämmung meist, weil die Zusatzkosten für Material und Arbeitszeit dann deutlich geringer ausfallen als bei einer späteren, separaten Dämm-Maßnahme.
Was passiert, wenn beim Abdecken morsche Balken entdeckt werden?
Das ist keine Seltenheit, besonders bei älteren Häusern. Der Dachdecker informiert dich dann über den Zustand, und einzelne Sparren oder Balken werden vor der Neueindeckung ausgetauscht oder verstärkt. Plane für solche Überraschungen einen Puffer von 5 bis 15 Prozent der Gesamtkosten ein.

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Angaben ohne Gewähr · Titelbild: KI-generiert.