
Kosten Sanierung
Fassadendämmung Kosten: Was kostet die Dämmung?
Fassadendämmung senkt Heizkosten spürbar – aber was kostet sie 2026 wirklich? Hier findest du Preise pro Quadratmeter für WDVS, Kerndämmung & Co., die wichtigsten Kostentreiber und die aktuelle Förderung.
Wer sein Haus energetisch fit machen will, kommt an der Fassade nicht vorbei: Über ungedämmte Außenwände geht mit Abstand am meisten Heizwärme verloren, oft mehr als über Dach oder Fenster zusammen. Aber was kostet Fassadendämmung 2026 wirklich, welches System passt zu deinem Haus, und wie viel Zuschuss bekommst du vom Staat? Hier findest du realistische Preise pro Quadratmeter, die wichtigsten Kostentreiber und den aktuellen Förderrahmen.
Was kostet Fassadendämmung pro Quadratmeter?
Für ein klassisches Wärmedämmverbundsystem (WDVS) inklusive Dämmplatten, Armierung, Putz, Gerüst und Handwerkerleistung kalkulierst du 2026 mit etwa 120 bis 220 Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche. Je nach Dämmstoff, Fassadenzustand und Region kann es auch günstiger oder deutlich teurer werden. Zum Vergleich: Eine Kerndämmung im zweischaligen Mauerwerk oder eine Einblasdämmung im Hohlraum sind mit 15 bis 40 Euro pro Quadratmeter erheblich preiswerter, funktionieren aber nur bei passender Wandkonstruktion.
Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit rund 130 bis 150 Quadratmetern Fassadenfläche landest du bei einem WDVS damit bei einer Gesamtinvestition von etwa 16.000 bis 30.000 Euro brutto. Diese Summe schwankt stark mit der gewählten Dämmstärke, dem Material und dem Zustand des Altputzes darunter. Wer die Fassadendämmung im Rahmen einer größeren Sanierung plant, findet einen kompletten Kostenüberblick in unserem Ratgeber Sanierungskosten Haus: kompletter Überblick.
Dämmsysteme im Vergleich
Nicht jedes Dämmsystem passt zu jedem Gebäude. Die Wahl hängt von Wandaufbau, Denkmalschutz-Auflagen und Budget ab.
WDVS (Wärmedämmverbundsystem)
Das mit Abstand häufigste System: Dämmplatten werden direkt auf die Außenwand geklebt und gedübelt, darüber kommen Armierungsgewebe und Putz. Mit EPS (Polystyrol) ist es die günstigste Variante, Mineralwolle und Holzfaser sind teurer, aber diffusionsoffener und brandschutztechnisch oft im Vorteil.
Vorhangfassade (hinterlüftet)
Bei einer hinterlüfteten Fassade wird die Dämmung an die Wand angebracht und mit einem Abstand von wenigen Zentimetern eine Verkleidung aus Holz, Faserzement oder Metall vorgehängt. Das ist deutlich teurer als WDVS, aber langlebiger, robuster gegen Algenbildung und optisch flexibler.
Kerndämmung und Einblasdämmung
Hat dein Haus ein zweischaliges Mauerwerk mit Luftschicht, lässt sich diese oft in wenigen Stunden mit Dämmgranulat oder -flocken befüllen lassen. Das ist die mit Abstand kostengünstigste Lösung, aber nur bei entsprechender Bausubstanz möglich – ein Fachbetrieb prüft das vorab per Bohrkernentnahme.

Günstigste Standardlösung, bewährt bei den meisten Ein- und Mehrfamilienhäusern.

Diffusionsoffen und nicht brennbar, ideal bei sensiblen Wandaufbauten.

Höherer Preis, dafür besonders langlebig und wartungsarm im Unterhalt.
Was die Kosten beeinflusst
Der Preis pro Quadratmeter schwankt aus mehreren Gründen zum Teil erheblich:
- Dämmstoffdicke: 14 bis 16 Zentimeter sind heute Standard, für besonders niedrige Heizkosten sind 20 Zentimeter und mehr sinnvoll – jeder zusätzliche Zentimeter kostet extra.
- Material: EPS ist am günstigsten, Mineralwolle und Holzfaser liegen 20 bis 40 Prozent darüber.
- Zustand der Altfassade: Abplatzender Putz, Risse oder Feuchteschäden müssen vor der Dämmung saniert werden – das treibt den Preis.
- Details wie Fensterlaibungen, Rollladenkästen und Balkonanschlüsse: Sie erfordern Handarbeit und sind oft unterschätzte Kostenpunkte.
- Gerüstkosten: Bei mehrgeschossigen Häusern schlagen schnell 1.500 bis 4.000 Euro zusätzlich zu Buche.
- Region und Auslastung der Handwerksbetriebe: In gefragten Regionen liegen die Stundensätze spürbar höher.
Förderung 2026: Wie viel Zuschuss ist möglich?
Fassadendämmung zählt zu den förderfähigen Einzelmaßnahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM). Über das BAFA bekommst du 2026 einen Zuschuss von 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Ist die Maßnahme Teil eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP), kommen weitere 5 Prozent Bonus dazu – macht 20 Prozent Zuschuss insgesamt. Alternativ kannst du die Maßnahme über die KfW als zinsgünstigen Kredit (Programm 358/359) mit vergleichbarem Tilgungszuschuss finanzieren, statt den direkten BAFA-Zuschuss zu nutzen.
Wichtig: Der Antrag muss vor Auftragserteilung an den Handwerksbetrieb gestellt werden, und die Maßnahme darf nur von einem zugelassenen Energieeffizienz-Experten geplant beziehungsweise bestätigt werden. Ohne Fachunternehmererklärung gibt es keine Förderung. Wer parallel eine Wohnung im Haus modernisiert, findet ergänzende Zahlen in unserem Ratgeber Wohnung renovieren Kosten pro qm.

| Dämmsystem / Dämmstoff | Kosten pro m² (inkl. Montage) |
|---|---|
| WDVS mit EPS (Polystyrol) | 120–160 € |
| WDVS mit Mineralwolle | 150–220 € |
| WDVS mit Holzfaser | 180–260 € |
| Vorhangfassade (hinterlüftet) | 220–320 € |
| Kerndämmung (zweischaliges Mauerwerk) | 20–40 € |
| Einblasdämmung Hohlraum | 15–30 € |
| Innendämmung (Alternative ohne Fassadeneingriff) | 80–130 € |
Selbst machen oder Fachbetrieb?
Eine komplette WDVS-Fassade in Eigenregie zu dämmen, ist handwerklich anspruchsvoll und in den meisten Fällen keine gute Idee: Fehler bei der Dübelung, der Anschlussdetails oder dem Putzaufbau führen schnell zu Rissen, Algenbildung oder Wärmebrücken. Außerdem verlangt die Förderung ohnehin eine Fachunternehmererklärung – ohne Fachbetrieb gibt es also keinen Zuschuss. Etwas anders sieht es bei einer Einblas- oder Kerndämmung aus: Hier übernimmt zwar auch meist ein spezialisierter Betrieb die eigentliche Einblasarbeit, doch der Aufwand und damit die Kosten sind ohnehin gering.
Wenn du ohnehin ein Altbauprojekt angehst, lohnt sich ein Blick über den Tellerrand: Im Ratgeber Altbau sanieren von heldenratgeber.de findest du zusätzliche Einordnung zu Kosten und Reihenfolge bei historischer Bausubstanz, bei der eine Fassadendämmung oft mit Denkmalschutz-Auflagen kollidiert.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Fassadendämmung?
Für ein Einfamilienhaus mit WDVS solltest du je nach Fassadengröße und Witterung zwei bis vier Wochen einplanen, inklusive Gerüstauf- und -abbau. Eine Kern- oder Einblasdämmung ist dagegen oft an ein bis zwei Tagen erledigt.
Lohnt sich Fassadendämmung finanziell?
Bei einem unsanierten Altbau lassen sich durch eine Fassadendämmung häufig 15 bis 25 Prozent der Heizkosten einsparen. Zusammen mit der Förderung von 15 bis 20 Prozent amortisiert sich die Investition je nach Energiepreisentwicklung meist innerhalb von 15 bis 25 Jahren.
Brauche ich eine Baugenehmigung für die Fassadendämmung?
In den meisten Bundesländern ist eine Fassadendämmung genehmigungsfrei, solange keine Abstandsflächen unterschritten werden. Ausnahmen gelten bei denkmalgeschützten Gebäuden oder Häusern in Gestaltungssatzungsgebieten – hier lohnt sich eine kurze Rücksprache mit dem Bauamt vorab.
Wie hoch ist die Förderung für Fassadendämmung 2026?
Über die BEG-Einzelmaßnahmenförderung bekommst du 15 Prozent Zuschuss vom BAFA, mit individuellem Sanierungsfahrplan 20 Prozent. Alternativ ist eine Finanzierung über den KfW-Kredit 358/359 mit vergleichbarem Tilgungszuschuss möglich.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Angaben ohne Gewähr · Titelbild: KI-generiert.