
Kosten Sanierung
Sanierungskosten Haus: der komplette Überblick
Du planst, dein Haus zu sanieren, und willst wissen, mit welchen Kosten du 2026 realistisch rechnen musst? Hier findest du alle Preise nach Gewerk, die wichtigsten Kostenfaktoren und die Fördermöglichkeiten von KfW und BAFA auf einen Blick.
Eine Haussanierung ist eine der größten Investitionen, die du als Eigentümer triffst. Je nachdem, wie umfangreich du sanierst, bewegen sich die Gesamtkosten zwischen wenigen Tausend Euro für Einzelmaßnahmen und weit über 100.000 Euro für eine Kernsanierung. In diesem Ratgeber bekommst du realistische Preise für 2026, erfährst, welche Faktoren die Kosten am stärksten beeinflussen, und wie du mit KfW- und BAFA-Förderung ordentlich sparen kannst.
Überblick: Was kostet eine Sanierung?
Als grobe Orientierung gilt: Eine Teilsanierung (zum Beispiel Dach, Heizung oder Fenster einzeln) kostet meist zwischen 15.000 und 40.000 Euro. Eine umfassende Modernisierung mit mehreren Gewerken liegt oft bei 400 bis 800 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Eine Kernsanierung, bei der praktisch nur noch der Rohbau steht, kostet zwischen 800 und 1.500 Euro pro Quadratmeter. Bei einem 140-Quadratmeter-Haus sind das schnell 110.000 bis 210.000 Euro. Diese Spannen sind bewusst weit gefasst, denn Baujahr, Zustand und Ausstattungsniveau wirken sich massiv auf den Endpreis aus.
Wichtig zu wissen: Die reinen Handwerkerkosten sind nur ein Teil der Rechnung. Plane zusätzlich Kosten für Statik-Gutachten, Baugenehmigungen, einen Energieberater, Entsorgung des Bauschutts sowie eine Zwischenfinanzierung ein, falls du die Sanierung nicht komplett aus Eigenkapital stemmst. Erfahrungsgemäß machen diese Nebenkosten noch einmal 8 bis 12 Prozent der reinen Baukosten aus.
Die wichtigsten Kostenfaktoren
Bevor du ein konkretes Budget planst, solltest du diese Faktoren einkalkulieren:
- Baujahr und Bausubstanz: Häuser vor 1980 haben häufig veraltete Leitungen, ungedämmte Fassaden und alte Heizsysteme – das treibt die Kosten nach oben.
- Umfang der Maßnahme: Einzelgewerke sind günstiger als eine Komplettsanierung, aber in Summe oft teurer, weil Baustelle und Anfahrt mehrfach anfallen.
- Energetischer Standard: Willst du den Effizienzhaus-Standard erreichen (z. B. für maximale Förderung), steigen die Kosten für Dämmung, Fenster und Heizung deutlich.
- Region und Handwerkerverfügbarkeit: In Ballungsräumen wie München oder Hamburg liegen Handwerkerpreise oft 15 bis 25 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.
- Materialwahl: Standardfliesen versus Naturstein, Kunststofffenster versus Holz-Alu – die Bandbreite ist enorm.
- Zustand der Bausubstanz: Feuchteschäden, Schimmel oder ein maroder Dachstuhl bleiben bei einer ersten Besichtigung oft unentdeckt und treiben das Budget nachträglich nach oben.
Beispielrechnung für ein typisches Einfamilienhaus
Für ein freistehendes Einfamilienhaus, Baujahr 1975, 140 Quadratmeter, mit neuer Fassadendämmung, neuen Fenstern, neuer Heizung (Wärmepumpe) und einer Badsanierung kommen viele Eigentümer auf eine Gesamtsumme zwischen 90.000 und 140.000 Euro – vor Förderung.

Dämmung, Fenster und Heizung machen oft mehr als die Hälfte des Gesamtbudgets aus, senken dafür aber dauerhaft die Nebenkosten.

Ein neues Bad ist meist der teuerste Einzelraum pro Quadratmeter – Planung und Materialwahl entscheiden über den Preis.

Bei Häusern vor 1990 lohnt sich oft eine komplette Erneuerung der Elektrik – nachträglich ist das deutlich teurer.
Kosten nach Gewerk
Die folgende Tabelle zeigt dir typische Kostenspannen für die wichtigsten Sanierungsgewerke in Deutschland (Stand 2026, inklusive Material und Handwerkerleistung):
| Gewerk | Kostenspanne |
|---|---|
| Dach neu eindecken | 150–250 €/m² |
| Fassadendämmung (WDVS) | 120–200 €/m² |
| Fenster austauschen (pro Fenster inkl. Einbau) | 700–1.500 € |
| Heizung erneuern (Wärmepumpe inkl. Installation) | 25.000–40.000 € |
| Elektrik komplett erneuern | 100–150 €/m² Wohnfläche |
| Badsanierung (Standardbad, ca. 8 m²) | 10.000–20.000 € |
| Innenausbau (Böden, Wände, Malerarbeiten) | 80–150 €/m² |
| Kernsanierung komplett | 800–1.500 €/m² |
Wenn du dich speziell fürs Bad interessierst, findest du im Ratgeber Badsanierung Kosten pro qm eine detaillierte Aufschlüsselung nach Ausstattungsklasse. Und wenn du nur einzelne Räume auffrischen willst statt das ganze Haus zu sanieren, lohnt sich ein Blick in unseren Ratgeber Wohnung renovieren Kosten pro qm.

Förderung: KfW & BAFA
Ein großer Teil der Sanierungskosten lässt sich über staatliche Förderprogramme abfedern. Die zwei wichtigsten Anlaufstellen 2026 sind:
- KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau): Zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse für energetische Sanierungen, insbesondere wenn du einen bestimmten Effizienzhaus-Standard erreichst. Je nach Programm sind Zuschüsse von 15 bis 45 Prozent der förderfähigen Kosten möglich.
- BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle): Zuständig für Einzelmaßnahmen wie Heizungstausch, Dämmung oder Anlagentechnik. Für den Austausch einer alten Öl- oder Gasheizung gegen eine Wärmepumpe sind Förderungen von 30 bis 70 Prozent der Investitionskosten möglich, abhängig von Einkommen und Geschwindigkeitsbonus.
Beide Programme lassen sich in vielen Fällen kombinieren: Du beantragst den Kredit für die Gesamtmaßnahme bei der KfW und sicherst dir zusätzlich den Zuschuss für die Heizung über das BAFA. Für einkommensschwächere Haushalte gibt es zudem einen Einkommensbonus von bis zu 30 Prozent zusätzlich auf die Grundförderung, wenn das zu versteuernde Haushaltseinkommen eine bestimmte Grenze nicht überschreitet. Auch viele Bundesländer und Kommunen legen eigene, oft weniger bekannte Förderprogramme auf – ein Blick auf die Förderdatenbank des Bundes lohnt sich also zusätzlich zu KfW und BAFA.
Wichtig: Fördermittel musst du in der Regel vor Beauftragung der Handwerker beantragen, sonst verfällt der Anspruch. Lass dir am besten von einem Energieberater ein individuelles Sanierungskonzept erstellen – die Beratungskosten werden häufig ebenfalls bezuschusst.
Kosten sparen & richtige Reihenfolge
Die Reihenfolge, in der du sanierst, hat direkten Einfluss auf die Gesamtkosten. Grundsätzlich gilt: erst die Gebäudehülle (Dach, Fassade, Fenster), dann die Haustechnik (Heizung, Elektrik, Sanitär) und zum Schluss der Innenausbau. Wer zuerst das Bad neu fliest und danach die Heizungsleitungen erneuert, riskiert doppelte Arbeit und unnötige Kosten.
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zur optimalen Reihenfolge findest du im Ratgeber Haus renovieren: Reihenfolge & Kosten von heldenratgeber.de.
Häufige Fragen
Was kostet eine Kernsanierung pro Quadratmeter?
Eine Kernsanierung, bei der nur die tragenden Wände und der Rohbau erhalten bleiben, kostet 2026 zwischen 800 und 1.500 Euro pro Quadratmeter, je nach Ausstattungsniveau und energetischem Standard.
Welche Förderung gibt es 2026 für Sanierungen?
Die wichtigsten Fördergeber sind KfW (zinsgünstige Kredite, Tilgungszuschüsse für energetische Sanierungen) und BAFA (Zuschüsse für Einzelmaßnahmen wie Heizungstausch oder Dämmung). Die Förderquote kann je nach Maßnahme und Einkommen bis zu 70 Prozent betragen.
Wie lange dauert eine Haussanierung?
Eine Teilsanierung einzelner Gewerke dauert meist wenige Wochen bis zwei Monate. Eine umfassende Kernsanierung eines Einfamilienhauses nimmt in der Regel vier bis neun Monate in Anspruch, abhängig von Umfang und Handwerkerverfügbarkeit.
Lohnt sich eine Sanierung oder ist ein Neubau günstiger?
Bei gut erhaltener Bausubstanz ist eine Sanierung meist günstiger als ein Neubau, besonders wenn Fördermittel genutzt werden. Bei stark geschädigter Substanz oder sehr hohen energetischen Ansprüchen kann ein Abriss mit Neubau langfristig wirtschaftlicher sein.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Angaben ohne Gewähr · Titelbild: KI-generiert.