Handwerkerkosten

Elektriker Kosten pro Stunde: Stundensatz und Anfahrt

Ein Elektriker kostet 2026 zwischen 55 und 105 Euro pro Stunde, im Notdienst 90 bis 190 Euro. Dazu kommen Anfahrt, Wegezeit und ein Zuschlag auf das verbaute Material, und genau diese Posten machen aus einer kurzen Arbeitsstunde eine dreistellige Rechnung.

Kurz gefasst: Die Monteurstunde liegt bundesweit bei 55 bis 85 Euro netto, die Meisterstunde bei 75 bis 105 Euro. In Süddeutschland und in Ballungsräumen zahlst du am oberen Rand, in Ostdeutschland darunter. Die Anfahrt kostet 25 bis 75 Euro pauschal oder wird als Wegezeit zum halben Stundensatz abgerechnet. Auf Kleinmaterial schlagen Betriebe 10 bis 20 Prozent auf. Eine einfache Steckdose zu setzen endet daher selten unter 90 Euro.

55 bis 85 Euro

Monteurstunde netto, der häufigste Ansatz bei Standardarbeiten.

75 bis 105 Euro

Meisterstunde netto, bei Abnahmen und Messprotokollen üblich.

25 bis 75 Euro

Anfahrtspauschale, meist unabhängig von der Auftragsgröße.

50 bis 100 Prozent

Zuschlag im Notdienst je nach Uhrzeit und Wochentag.

Was kostet ein Elektriker pro Stunde?

Der Stundensatz eines Elektroinstallateurs liegt 2026 im Bundesschnitt bei rund 72 Euro netto, also etwa 86 Euro brutto. Die Spanne reicht von 55 Euro beim kleinen Landbetrieb bis zu 105 Euro in einer städtischen Meisterfirma mit eigener Prüftechnik.

Dieser Satz ist kein Lohn, sondern ein Mischpreis. Er deckt den Lohn des Monteurs, Sozialabgaben, Fahrzeug, Werkzeug, Messgeräte, Versicherung, Büro und den Gewinn des Betriebs. Vom Stundensatz landen meist 30 bis 40 Prozent tatsächlich beim Gesellen. Das erklärt, warum ein Betrieb einen Satz von 60 Euro selten dauerhaft unterbieten kann.

Abgerechnet wird fast immer im Viertelstundentakt, angefangene Einheiten zählen voll. Manche Betriebe setzen eine Mindestabnahme von einer halben oder einer ganzen Stunde an, auch wenn die Arbeit zehn Minuten dauert.

Stundensatz nach Region und Betriebsgröße

RegionMonteurstunde nettoMeisterstunde netto
München, Stuttgart, Frankfurt72 bis 92 Euro88 bis 105 Euro
Hamburg, Köln, Düsseldorf68 bis 88 Euro82 bis 100 Euro
Berlin62 bis 82 Euro78 bis 95 Euro
Westdeutsche Flächenregionen58 bis 78 Euro72 bis 92 Euro
Ostdeutschland ohne Berlin52 bis 70 Euro65 bis 85 Euro

Die Betriebsgröße wirkt in beide Richtungen. Ein Ein-Mann-Betrieb hat weniger Gemeinkosten und ruft oft 10 bis 15 Euro weniger auf. Er hat aber selten kurzfristig Zeit, und bei Abnahmen oder einem neuen Zählerschrank fehlt ihm manchmal die Messtechnik. Größere Firmen ab zehn Mitarbeitern liegen höher, kommen dafür schneller und bringen die Prüfprotokolle direkt mit.

Monteurstunde gegen Meisterstunde

Auf der Rechnung stehen häufig zwei oder drei verschiedene Sätze. Der Unterschied ist keine Formalie, sondern hängt daran, wer welche Arbeit unterschreiben darf.

QualifikationStundensatz nettoWofür üblich
Auszubildender oder Helfer28 bis 45 EuroSchlitze stemmen, Kabel ziehen, Zuarbeit
Geselle und Monteur55 bis 85 EuroInstallation, Steckdosen, Leuchten, Verteiler
Meister oder Elektrofachkraft mit Prüfberechtigung75 bis 105 EuroAbnahme, Messprotokoll, Zählerschrank, Anmeldung
Servicetechniker mit Messtechnik85 bis 120 EuroFehlersuche im Netz, Isolationsmessung, Thermografie

Für den Anschluss einer neuen Leitung reicht der Geselle. Sobald der Zählerschrank berührt wird oder ein Prüfbericht nach der Installationsnorm nötig ist, kommt die Meisterstunde ins Spiel. Frag im Angebot nach, welche Qualifikation wie viele Stunden ansetzt. Zwei Meisterstunden für das Setzen einer Steckdose sind ein Grund für eine Rückfrage.

Anfahrtspauschale und Wegezeit

Für die Anfahrt gibt es zwei Modelle, und sie unterscheiden sich in der Endsumme erheblich.

  • Pauschale: 25 bis 75 Euro, unabhängig von der Entfernung im Stadtgebiet. Fair bei kurzen Aufträgen in der Nähe.
  • Wegezeit: Fahrtzeit wird zum halben oder vollen Stundensatz abgerechnet, dazu ein Kilometersatz von 0,50 bis 1,20 Euro. Bei 20 Kilometern und Hin- und Rückfahrt sind schnell 60 bis 90 Euro erreicht.

Beide Modelle sind zulässig, sie müssen aber vorher benannt sein. Lass dir vor dem Termin bestätigen, welches gilt und ob es eine Mindestabnahme gibt. Bei einem Betrieb aus dem Nachbarort ist die Pauschale meist günstiger, bei einem Betrieb um die Ecke die Wegezeit.

Praxistipp: Sammle kleine Arbeiten und lass sie in einem Termin erledigen. Anfahrt und Mindestabnahme fallen nur einmal an. Fünf einzelne Steckdosen an einem Tag kosten deutlich weniger als fünf einzelne Termine.

Notdienst: Zuschläge abends, nachts und am Wochenende

Der Notdienst rechnet mit demselben Grundstundensatz, legt aber einen Zuschlag darauf. Die Höhe ist frei vereinbar und schwankt stark.

ZeitfensterZuschlagStundensatz brutto
Werktag bis 18 Uhrkein Zuschlag65 bis 125 Euro
Werktag 18 bis 22 Uhr25 bis 50 Prozent85 bis 185 Euro
Nacht 22 bis 6 Uhr50 bis 100 Prozent100 bis 250 Euro
Samstag30 bis 60 Prozent90 bis 200 Euro
Sonn- und Feiertag75 bis 100 Prozent115 bis 250 Euro

Dazu kommt im Notdienst fast immer eine erhöhte Anfahrt von 60 bis 150 Euro. Ein Einsatz von einer Stunde nachts landet damit realistisch bei 200 bis 350 Euro. Lass dir am Telefon Anfahrt, Stundensatz und Zuschlag nennen und schriftlich per Nachricht bestätigen. Anbieter, die dazu keine Auskunft geben, rufen erfahrungsgemäß am Einsatzort die höchsten Preise auf.

Kleinmaterial und typische Einzelpreise

Auf Material schlagen Betriebe 10 bis 20 Prozent auf den Einkaufspreis auf. Das deckt Beschaffung, Lagerhaltung und Gewährleistung ab und ist branchenüblich. Für Kleinteile wie Klemmen, Dübel und Isolierband taucht oft eine Pauschale von 3 bis 8 Prozent der Lohnsumme auf, alternativ ein fester Betrag von 8 bis 25 Euro.

LeistungPreis bruttoEnthalten
Steckdose ersetzen, vorhandene Dose45 bis 90 EuroMaterial, 15 bis 30 Minuten
Steckdose neu setzen mit Schlitz110 bis 220 EuroStemmen, Leitung, Verputzen ohne Malerarbeit
Lichtschalter tauschen40 bis 80 EuroMaterial und Arbeitszeit
Deckenleuchte montieren60 bis 130 EuroBohren, Anschluss, Funktionsprüfung
FI-Schutzschalter nachrüsten180 bis 400 EuroBauteil, Einbau, Auslösetest mit Protokoll
Zählerschrank erneuern im Einfamilienhaus1.400 bis 3.200 EuroSchrank, Verteilung, Anmeldung beim Netzbetreiber
Elektroinstallation prüfen mit Messprotokoll200 bis 450 EuroMessung, Dokumentation, Mängelliste
Fehlersuche bei Kurzschluss90 bis 250 EuroAnfahrt und ein bis zwei Stunden Suche

Wo du sparen kannst

  • Mehrere Kleinarbeiten bündeln, damit Anfahrt und Mindestabnahme nur einmal anfallen.
  • Festpreisangebot statt Abrechnung nach Aufwand verlangen, sobald der Umfang klar beschreibbar ist.
  • Leuchten, Schalterprogramm und Steckdosen selbst kaufen, das spart den Materialaufschlag von 10 bis 20 Prozent.
  • Termine im Tagesgeschäft legen. Jede Stunde nach 18 Uhr kostet 25 bis 50 Prozent mehr.
  • Vorarbeiten übernehmen: Möbel wegrücken, Zugang zum Verteiler frei machen, Schutt selbst entsorgen.
  • Steuerbonus nutzen. Für Handwerkerleistungen im eigenen Haushalt sind 20 Prozent des Lohnanteils bis maximal 1.200 Euro im Jahr absetzbar. Voraussetzung sind eine Rechnung mit ausgewiesenem Lohnanteil und die Zahlung per Überweisung.
  • Bei größeren Arbeiten zwei bis drei Angebote einholen und die Stundensätze der eingesetzten Qualifikationen vergleichen.
Was kostet ein Elektriker pro Stunde 2026?

Die Monteurstunde liegt bei 55 bis 85 Euro netto, die Meisterstunde bei 75 bis 105 Euro. Brutto sind das rund 65 bis 125 Euro. In Ballungsräumen zahlst du am oberen Rand der Spanne.

Muss ich die Anfahrt zusätzlich zahlen?

Ja, sie ist eine eigene Leistung. Üblich sind 25 bis 75 Euro pauschal oder die Wegezeit zum halben Stundensatz plus Kilometergeld. Lass dir vor dem Termin sagen, welches Modell gilt.

Was kostet der Elektriker-Notdienst nachts?

Zwischen 22 und 6 Uhr liegt der Zuschlag bei 50 bis 100 Prozent, dazu kommt eine erhöhte Anfahrt von 60 bis 150 Euro. Ein Einsatz von einer Stunde kostet realistisch 200 bis 350 Euro.

Was kostet es, eine Steckdose setzen zu lassen?

Der Tausch in einer vorhandenen Dose kostet 45 bis 90 Euro. Eine neue Dose mit Schlitz, Leitung und Verputzen liegt bei 110 bis 220 Euro, Malerarbeiten sind darin nicht enthalten.

Kann ich Elektriker-Kosten von der Steuer absetzen?

Ja, 20 Prozent des Lohnanteils bis 1.200 Euro pro Jahr. Material zählt nicht mit. Die Rechnung muss den Lohnanteil getrennt ausweisen und darf nicht bar bezahlt worden sein.

Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Nettopreise, sofern nicht anders angegeben · Angaben ohne Gewähr.

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