Terrasse & Wege
Terrassenüberdachung: Kosten nach Material und Größe
Eine Terrassenüberdachung kostet 2026 zwischen 1.500 und 12.000 Euro. Die Spanne ist so breit, weil Material, Bedachung und die Frage nach Selbstmontage jeweils den Preis verdoppeln können.
Kurz gefasst: Ein Holzbausatz für 12 Quadratmeter beginnt bei 1.500 Euro, eine Aluminiumkonstruktion mit VSG-Glas und Montage liegt bei 6.000 bis 9.500 Euro. Der Rahmen macht etwa die Hälfte aus, die Bedachung ein Drittel, der Rest sind Fundament und Montage. Stegplatten aus Polycarbonat kosten 30 bis 60 Euro je Quadratmeter, Verbundsicherheitsglas 90 bis 160 Euro.
Gesamtspanne für eine Terrasse von 10 bis 20 Quadratmetern.
Überdachte Fläche, komplett montiert mit Fundament.
Reine Montagekosten durch einen Fachbetrieb.
Verfahrensfreie Größe in mehreren Landesbauordnungen.
Kosten nach Material der Konstruktion
Das Tragwerk entscheidet über Preis, Wartung und Optik. Holz ist am günstigsten, Aluminium am pflegeleichtesten, Stahl am schlanksten bei großen Spannweiten.
| Material | Preis je qm überdacht | Eigenschaften |
|---|---|---|
| Leimholz, Bausatz | 90 bis 180 Euro | günstig, braucht alle 3 bis 5 Jahre Anstrich |
| Douglasie oder Lärche, Bausatz | 130 bis 240 Euro | witterungsfester, dunkelt nach |
| Aluminium, Bausatz | 180 bis 340 Euro | pflegefrei, pulverbeschichtet, schlanke Profile |
| Aluminium, Maßanfertigung | 280 bis 520 Euro | integrierte Entwässerung, LED, Zubehörschienen |
| Stahl verzinkt und beschichtet | 300 bis 600 Euro | große Spannweiten ohne Mittelstütze |
| Lamellendach mit verstellbaren Lamellen | 450 bis 900 Euro | Sonne und Regen regelbar, Motor nötig |
Regional schwanken vor allem die Montagekosten. In Ballungsräumen wie Hamburg, München und Frankfurt liegen die Stundensätze 20 bis 30 Prozent über dem Bundesschnitt. Materialpreise sind dagegen bundesweit fast gleich, weil fast alle Systeme über Onlinehändler laufen.
Bedachung: Glas, Stegplatten oder Polycarbonat
Die Eindeckung ist der zweitgrößte Posten. Bei 15 Quadratmetern trennen die günstigste und die teuerste Variante rund 1.800 Euro.
| Eindeckung | Preis je qm | Vor- und Nachteile |
|---|---|---|
| Hohlkammerplatten Polycarbonat 10 mm | 25 bis 45 Euro | leicht und günstig, milchiger Blick, lauter bei Regen |
| Hohlkammerplatten 16 mm mit UV-Schutz | 40 bis 70 Euro | stabiler, bessere Dämmung, hält 15 bis 20 Jahre |
| Massivplatte Polycarbonat 6 mm | 60 bis 110 Euro | klar wie Glas, schlagfest, verkratzt leichter |
| Verbundsicherheitsglas 8 mm klar | 90 bis 160 Euro | beste Optik, schwer, Statik muss passen |
| VSG mit Sonnenschutzbeschichtung | 140 bis 240 Euro | weniger Hitzestau im Sommer |
| Trapezblech oder Sandwichpaneel | 35 bis 90 Euro | blickdicht, günstig, wirkt technisch |
VSG-Glas wiegt rund 20 Kilogramm je Quadratmeter, Polycarbonat nur 2 bis 4 Kilogramm. Wer später auf Glas umrüsten will, muss die Konstruktion von Anfang an dafür auslegen. Ein nachträglicher Tausch bedeutet fast immer ein neues Tragwerk.
Praxistipp: Plane die Dachneigung mit mindestens 5 Grad Gefälle. Flachere Dächer bleiben schmutzig, Regen läuft nicht ab und du putzt zweimal im Jahr von der Leiter. Das kostet nichts extra, wenn es vorher eingeplant ist.
Fachbetrieb oder Bausatz in Eigenleistung
Ein Bausatz spart 800 bis 2.500 Euro. Realistisch brauchst du zwei Personen und ein Wochenende, bei Glas eher drei Personen. Die Statik liefert der Hersteller mit, sofern du keine Maße veränderst.
| Leistung | Preis | Einheit |
|---|---|---|
| Montage Bausatz durch Betrieb | 800 bis 2.500 Euro | pauschal bis 20 qm |
| Aufmaß und Beratung vor Ort | 0 bis 250 Euro | bei Auftrag oft angerechnet |
| Punktfundament ausheben und betonieren | 120 bis 280 Euro | je Fundament |
| Streifenfundament | 90 bis 180 Euro | je laufender Meter |
| Wandanker in Massivwand setzen | 40 bis 90 Euro | je Befestigungspunkt |
| Konsolen bei Wärmedämmverbundsystem | 150 bis 400 Euro | je Anschluss |
| Entwässerung und Fallrohr anschließen | 180 bis 500 Euro | pauschal |
| Statiknachweis bei Sondermaß | 350 bis 900 Euro | je Nachweis |
| Seitenwand aus Glas | 400 bis 1.200 Euro | je Element |
| Beschattung als Unterdachmarkise | 900 bis 3.000 Euro | je Anlage |
| LED-Beleuchtung in den Profilen | 250 bis 800 Euro | je System |
Fundament und Verankerung
Die Überdachung muss Wind und Schnee tragen. Beides zieht am Boden und an der Wand. Punktfundamente sind Standard: 80 mal 80 Zentimeter Grundfläche, 80 Zentimeter tief, damit sie frostfrei stehen.
Kritisch wird es, wenn eine bestehende Terrassenplatte als Auflager dienen soll. Eine 8 Zentimeter dicke Betonplatte ohne Bewehrung trägt die Lasten nicht. Dann musst du die Fundamente daneben setzen oder die Platte punktuell öffnen. Rechne dafür 150 bis 350 Euro je Stelle. Wie ein tragfähiger Terrassenaufbau aussieht, steht im Ratgeber zum Terrasse pflastern.
Bei gedämmter Fassade darf der Wandanschluss die Dämmung nicht quetschen. Hier braucht es Konsolen, die bis in das Mauerwerk reichen. Das kostet 150 bis 400 Euro je Anschluss, verhindert aber Wärmebrücken und spätere Risse im Putz.
Wann du eine Baugenehmigung brauchst
Das Baurecht ist Ländersache. Kleine Überdachungen an der Rückseite eines Wohnhauses sind in vielen Bundesländern verfahrensfrei, große nicht.
- In mehreren Landesbauordnungen liegt die Grenze bei etwa 30 Quadratmetern überdachter Fläche, teils zusätzlich begrenzt auf 3 bis 4,5 Meter Tiefe.
- Verfahrensfrei heißt nicht regelfrei. Abstandsflächen zum Nachbarn, Bebauungsplan und Gestaltungssatzung gelten trotzdem.
- Grenzbebauung braucht in der Regel die Zustimmung des Nachbarn, am besten schriftlich.
- Im Geltungsbereich einer Erhaltungssatzung oder bei Denkmalschutz ist fast immer ein Antrag nötig.
- Die verbindliche Auskunft gibt nur das örtliche Bauamt. Eine schriftliche Anfrage ist kostenlos oder kostet eine kleine Gebühr.
Ein Bauantrag kostet mit Bauvorlageberechtigung 600 bis 2.000 Euro plus Verwaltungsgebühr. Wer die Fläche knapp unter der Grenze plant, spart diesen Posten komplett.
Beispielrechnung für 4 mal 3 Meter
Zwölf Quadratmeter sind das häufigste Maß. Hier zwei Varianten im direkten Vergleich, jeweils an der Hauswand, mit zwei Stützen und Punktfundamenten.
| Position | Holz mit Stegplatten | Aluminium mit VSG-Glas |
|---|---|---|
| Tragwerk | 1.350 Euro | 3.100 Euro |
| Eindeckung 13 qm | 650 Euro | 1.640 Euro |
| Punktfundamente, 2 Stück | 360 Euro | 420 Euro |
| Wandanschluss und Abdichtung | 190 Euro | 280 Euro |
| Entwässerung mit Fallrohr | 210 Euro | 320 Euro |
| Montage durch Betrieb | 950 Euro | 1.750 Euro |
| Erstanstrich oder Reinigung | 180 Euro | entfällt |
| Summe montiert | 3.890 Euro | 7.510 Euro |
| Summe in Eigenmontage | 2.940 Euro | 5.760 Euro |
Über 15 Jahre gerechnet holt Aluminium einen Teil des Aufpreises zurück. Holz braucht in dieser Zeit drei bis vier Anstriche mit je 150 bis 300 Euro Materialkosten und jeweils einem Arbeitstag.
Wo du sparen kannst
- Standardmaße wählen. Systembreiten wie 3, 4, 5 oder 6 Meter kosten deutlich weniger als jedes Sondermaß.
- Fundamente selbst ausheben und betonieren. Das spart bei zwei Stützen 250 bis 500 Euro.
- Im Winter bestellen. Zwischen November und Februar geben viele Händler 10 bis 20 Prozent Rabatt.
- Mit Stegplatten starten und die Konstruktion glasfähig auslegen. Der spätere Tausch kostet dann nur die Platten.
- Seitenwände und Beschattung weglassen und erst nach einem Sommer entscheiden, ob du sie wirklich brauchst.
- Unter der genehmigungsfreien Größe der Landesbauordnung bleiben. Das spart 600 bis 2.000 Euro Planungskosten.
- Steuerbonus nutzen: 20 Prozent der Lohnkosten sind als Handwerkerleistung absetzbar, maximal 1.200 Euro im Jahr.
Was kostet eine Terrassenüberdachung mit 12 Quadratmetern?
Montiert 3.900 Euro in Holz mit Stegplatten und rund 7.500 Euro in Aluminium mit Verbundsicherheitsglas. In Eigenmontage sinken beide Summen um 950 bis 1.750 Euro.
Was ist günstiger, Holz oder Aluminium?
Holz ist in der Anschaffung 40 bis 60 Prozent günstiger. Über 15 Jahre gleicht sich das an, weil Holz drei bis vier Anstriche mit je 150 bis 300 Euro Material braucht.
Brauche ich für eine Terrassenüberdachung eine Genehmigung?
Das regelt die Landesbauordnung. In mehreren Ländern sind rund 30 Quadratmeter verfahrensfrei. Abstandsflächen, Bebauungsplan und Denkmalschutz gelten trotzdem, die Auskunft gibt das Bauamt.
Was kostet die Montage allein?
800 bis 2.500 Euro für Überdachungen bis 20 Quadratmeter. Fundamente, Entwässerung und Konsolen bei gedämmter Fassade rechnet der Betrieb meist getrennt ab.
Welche Bedachung ist die beste Wahl?
Hohlkammerplatten mit 16 Millimetern sind der beste Kompromiss aus Preis und Haltbarkeit. Verbundsicherheitsglas sieht besser aus, kostet aber das Zwei- bis Dreifache und verlangt ein stärkeres Tragwerk.
Zuletzt aktualisiert: August 2026 · Preise als Bundesdurchschnitt inklusive Mehrwertsteuer · Angaben ohne Gewähr.
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