Dach und Fassade
Schornstein sanieren: Kosten nach Verfahren
Einen Schornstein zu sanieren kostet 2026 zwischen 1.200 und 8.000 Euro, je nach Verfahren. Ein Edelstahlrohr in den vorhandenen Zug einzuziehen ist mit 1.500 bis 4.000 Euro der günstigste und häufigste Weg.
Kurz gefasst: Für ein Einfamilienhaus mit rund 10 Metern Schornsteinhöhe kostet das Einziehen eines Edelstahlrohrs 1.500 bis 4.000 Euro. Ein Keramikzug liegt bei 2.500 bis 6.000 Euro, die Sanierung des Schornsteinkopfs bei 800 bis 2.500 Euro. Ein kompletter Neubau als Außenschornstein aus Edelstahl kostet 3.500 bis 8.000 Euro. Wird der Zug nicht mehr gebraucht, ist die fachgerechte Stilllegung mit 300 bis 1.200 Euro die günstigste Lösung.
Edelstahlrohr einziehen, das übliche Verfahren beim Einfamilienhaus.
Schornsteinkopf über Dach neu aufmauern und verwahren.
Bauzeit für eine Rohrsanierung ohne Gerüst am bestehenden Zug.
Stilllegung, wenn der Schornstein dauerhaft nicht mehr gebraucht wird.
Was kostet welches Sanierungsverfahren?
Der Preis hängt an drei Größen: Höhe des Zugs, Durchmesser und Zugänglichkeit. Am günstigsten ist immer das Verfahren, bei dem das bestehende Mauerwerk stehen bleibt und nur innen ein neues Rohr geführt wird.
| Verfahren | Kosten gesamt | Preis je Meter |
|---|---|---|
| Edelstahlrohr einziehen | 1.500 bis 4.000 Euro | 120 bis 320 Euro |
| Kunststoffrohr für Brennwertgeräte | 1.200 bis 3.000 Euro | 90 bis 250 Euro |
| Keramikzug einziehen | 2.500 bis 6.000 Euro | 200 bis 450 Euro |
| Schornsteinkopf neu aufmauern | 800 bis 2.500 Euro | Pauschale über Dach |
| Schornstein komplett neu, innen liegend | 4.000 bis 9.000 Euro | 350 bis 700 Euro |
| Außenschornstein aus Edelstahl | 3.500 bis 8.000 Euro | 280 bis 600 Euro |
| Fachgerechte Stilllegung | 300 bis 1.200 Euro | Pauschale |
Zu jeder dieser Summen kommen Nebenkosten. Ein Gerüst für Arbeiten am Kopf kostet 600 bis 1.600 Euro, eine Kaminkehrung und Kamerabefahrung vorab 150 bis 400 Euro, die Abnahme durch den Schornsteinfeger 80 bis 250 Euro. Arbeiten an Abgasanlagen gehören in jedem Fall in die Hand eines Fachbetriebs, weil ein undichter Zug Kohlenmonoxid in die Wohnräume bringen kann.
Wann der Schornsteinfeger die Sanierung verlangt
Der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger prüft die Abgasanlage regelmäßig und hält das Ergebnis im Feuerstättenbescheid fest. Stellt er einen Mangel fest, setzt er eine Frist zur Beseitigung. Typische Anlässe sind ein zu großer Querschnitt für ein modernes Gerät, Undichtigkeiten, ein beschädigter Zug oder eine zu geringe Höhe über Dach.
Wird die Frist nicht eingehalten, meldet er den Mangel der zuständigen Behörde, die die Stilllegung der Feuerstätte anordnen kann. Im Winter bedeutet das eine kalte Heizung. Nimm eine Mängelanzeige deshalb ernst und hol dir zwei Angebote, statt zu warten. Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung, im Einzelfall entscheidet die zuständige Behörde.
Praxistipp: Frag den Schornsteinfeger, welches Verfahren er für zulässig hält, bevor du Angebote einholst. Er kennt den Zug, und seine Einschätzung spart dir Angebote, die an der Abnahme scheitern würden.
Versottung und Feuchteschäden als Auslöser
Der häufigste Grund für eine Sanierung ist Versottung. Sie entsteht, wenn Abgase im Zug so weit abkühlen, dass Feuchtigkeit kondensiert. Das Kondensat zieht mit Ruß und Säuren ins Mauerwerk, wandert nach außen und hinterlässt braune Flecken auf dem Putz, oft im Dachgeschoss oder am Kopf.
Zwei Situationen begünstigen das. Erstens ein überdimensionierter Zug: Ein Schornstein, der für einen alten Ölkessel gebaut wurde, ist für eine moderne Therme viel zu groß, das Abgas steigt zu langsam und kühlt ab. Zweitens ein feuchter oder ungedämmter Zug an einer Außenwand. Ist die Versottung erst im Mauerwerk, hilft kein Anstrich. Der Zug muss ein dichtes Innenrohr bekommen, sonst kommen die Flecken innerhalb weniger Monate zurück. Kommt der Schaden bis in die Wohnräume, sind zusätzlich 500 bis 3.000 Euro für Putz und Anstrich einzuplanen.
Anpassung beim Wechsel auf Brennwerttechnik
Beim Tausch einer alten Heizung auf ein Brennwertgerät ist eine Schornsteinsanierung fast immer Teil der Rechnung. Brennwertgeräte nutzen die Abgaswärme so weit aus, dass das Abgas nur noch 40 bis 60 Grad hat und feucht ist. Ein gemauerter Zug hält das nicht aus.
Eingezogen wird dann ein Rohr aus Edelstahl oder aus feuchteunempfindlichem Kunststoff, meist mit 80 bis 110 Millimetern Durchmesser. Dazu kommt eine Zuluftführung, wenn das Gerät raumluftunabhängig betrieben wird. Rechne für diese Kombination mit 1.200 bis 3.500 Euro, die im Heizungsangebot oft nur als Sammelposten stehen. Frag Rohr, Zuluft, Mündungsabschluss und Abnahme einzeln ab, dann werden zwei Angebote vergleichbar.
Stilllegung statt Sanierung
Wird der Zug nach dem Umstieg auf eine Wärmepumpe nicht mehr gebraucht, ist die Stilllegung die günstigste Lösung. Der Schornsteinfeger nimmt die Feuerstätte aus dem Bescheid, die Öffnungen werden verschlossen und der Kopf wird abgedeckt oder zurückgebaut.
| Maßnahme | Kosten |
|---|---|
| Feuerstätte abmelden und Bescheid ändern | 50 bis 150 Euro |
| Öffnungen verschließen, Zug belüften | 200 bis 600 Euro |
| Kopf abdecken und verwahren | 250 bis 900 Euro |
| Schornsteinkopf über Dach zurückbauen | 900 bis 2.500 Euro |
| Zug komplett rückbauen inklusive Deckendurchbrüche | 2.500 bis 7.000 Euro |
Lass den Zug nicht einfach ungenutzt stehen. Ein verschlossener, unbelüfteter Schornstein sammelt Feuchtigkeit, und die alten Rußablagerungen bleiben geruchsaktiv. Eine kontrollierte Belüftung kostet wenig und verhindert Schäden.
Beispielrechnung: Einfamilienhaus mit 10 Metern Zughöhe
Bestehender gemauerter Zug, Umstellung von Niedertemperaturkessel auf Gas-Brennwerttherme, Edelstahlrohr eingezogen, Kopf leicht schadhaft.
| Position | Kosten |
|---|---|
| Kamerabefahrung und Vorabprüfung | 150 bis 400 Euro |
| Alten Zug reinigen und freimachen | 200 bis 500 Euro |
| Edelstahlrohr 10 Meter, Material | 800 bis 1.900 Euro |
| Einzug, Zentrierung, Anschlüsse | 700 bis 1.600 Euro |
| Mündungsabschluss und Regenhaube | 150 bis 450 Euro |
| Schornsteinkopf ausbessern | 500 bis 1.500 Euro |
| Gerüst oder Hubsteiger | 350 bis 1.400 Euro |
| Abnahme durch den Schornsteinfeger | 80 bis 250 Euro |
| Summe | 2.930 bis 8.000 Euro |
Wo du sparen kannst
- Sanierung mit dem Heizungstausch bündeln: ein Termin, ein Gerüst, ein Ansprechpartner.
- Rohr einziehen statt Zug neu bauen: spart 2.000 bis 5.000 Euro, wenn das Mauerwerk tragfähig ist.
- Hubsteiger statt Gerüst prüfen: bei freier Zufahrt oft 300 bis 900 Euro günstiger.
- Kopfarbeiten mit einer ohnehin fälligen Dacharbeit verbinden.
- Stilllegen statt sanieren, wenn kein Festbrennstoffofen geplant ist.
- Zwei Angebote einholen und Rohr, Zuluft, Kopf und Abnahme einzeln ausweisen lassen.
- Auftrag im Frühjahr vergeben: im Herbst sind die Betriebe vor der Heizsaison ausgebucht.
Was kostet eine Schornsteinsanierung?
Ein Edelstahlrohr einzuziehen kostet 1.500 bis 4.000 Euro bei zehn Metern Höhe. Ein Keramikzug liegt bei 2.500 bis 6.000 Euro, ein Neubau bei 3.500 bis 9.000 Euro.
Wann muss ein Schornstein saniert werden?
Wenn der Schornsteinfeger einen Mangel feststellt, bei Versottung mit Feuchteflecken oder beim Wechsel auf ein Brennwertgerät, für das der alte Zug zu groß ist.
Kann ich den Schornstein selbst sanieren?
Nein. Abgasanlagen gehören zum Fachbetrieb und müssen abgenommen werden. Ein undichter Zug kann Kohlenmonoxid in die Wohnräume führen, das ist geruchlos und lebensgefährlich.
Wie lange dauert das Einziehen eines Rohrs?
Bei einem freien, geraden Zug ein bis zwei Tage. Muss der Kopf mitgemacht werden oder ist der Zug verzogen, kommen ein bis drei Tage und ein Gerüst dazu.
Was kostet die Stilllegung eines Schornsteins?
Abmeldung, Verschluss und Abdeckung kosten zusammen 300 bis 1.200 Euro. Ein kompletter Rückbau des Zugs durch alle Geschosse liegt bei 2.500 bis 7.000 Euro.
Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Preise als Bundesdurchschnitt inklusive Mehrwertsteuer · Angaben ohne Gewähr.
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