Dach und Fassade

Fassade verputzen lassen: Kosten pro qm nach Putzart

Eine Fassade verputzen zu lassen kostet 2026 zwischen 45 und 110 Euro pro Quadratmeter inklusive Material und Lohn. Das Gerüst ist darin noch nicht enthalten, es schlägt mit weiteren 8 bis 18 Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche zu Buche.

Kurz gefasst: Mineralputz liegt fertig aufgebracht bei 45 bis 80 Euro pro Quadratmeter, Kunstharzputz bei 50 bis 85 Euro und Silikonharzputz bei 60 bis 110 Euro. Ein Sanierputz auf feuchtem Altbaumauerwerk kostet 70 bis 130 Euro. Dazu kommen Gerüst, Untergrundvorbereitung und Armierung. Für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Fassadenfläche landest du bei rund 11.000 bis 22.000 Euro. Mit Wärmedämmverbundsystem sind es 22.000 bis 42.000 Euro.

45 bis 110 Euro/qm

Fassade verputzen inklusive Material und Lohn, ohne Gerüst.

11.000 bis 22.000 Euro

Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Fassade, komplett mit Gerüst.

8 bis 18 Euro/qm

Gerüstkosten für die erste Standwoche, je Quadratmeter Fassade.

2 bis 4 Wochen

Bauzeit inklusive Trockenzeiten zwischen den Putzlagen.

Was kostet welcher Putz pro Quadratmeter?

Abgerechnet wird nach Quadratmeter Fassadenfläche, Fenster- und Türöffnungen werden je nach Größe abgezogen oder pauschal mitgerechnet. Der Materialpreis macht dabei nur ein Viertel bis ein Drittel aus, der Rest ist Handarbeit.

PutzartPreis pro qmEigenschaft
Mineralputz, Kalkzementputz45 bis 80 Eurodiffusionsoffen, günstig, muss gestrichen werden
Kunstharzputz50 bis 85 Euroelastisch, farbstabil, weniger diffusionsoffen
Silikatputz55 bis 95 Eurodiffusionsoffen, gute Haftung auf mineralischem Grund
Silikonharzputz60 bis 110 Eurowasserabweisend, algenhemmend, hochwertigste Variante
Sanierputz auf feuchtem Mauerwerk70 bis 130 Eurosalzspeichernd, mehrlagig, hoher Materialverbrauch
Edelkratzputz oder Sonderoberflächen85 bis 150 EuroSichtoberfläche, sehr lohnintensiv

Die Körnung ändert den Preis ebenfalls. Ein feiner Zwei-Millimeter-Putz braucht einen glatteren Untergrund und mehr Sorgfalt als eine grobe Drei-Millimeter-Struktur, das kostet 5 bis 12 Euro pro Quadratmeter mehr. Regional liegen die Sätze 2026 in Ballungsräumen 15 bis 25 Prozent über dem Bundesschnitt.

Neuputz oder Sanierputz auf dem alten Putz?

Am Neubau wird zweilagig gearbeitet: Unterputz als Ausgleich, Oberputz als Sichtfläche. Das ist der planbare Fall und liegt im unteren Bereich der Spanne.

Am Bestandsgebäude entscheidet der alte Putz. Sitzt er fest, ist er tragfähig und nur verwittert, reicht eine Reinigung, ein Haftgrund und eine neue Oberputzlage für 35 bis 65 Euro pro Quadratmeter. Klingt er beim Abklopfen hohl, löst er sich in Schollen oder zeigt er Salzausblühungen, muss er runter. Das Abschlagen und Entsorgen kostet 15 bis 35 Euro pro Quadratmeter, danach beginnt der Aufbau von vorn.

Praxistipp: Lass vor dem Angebot eine Haftzugprobe und eine Feuchtemessung machen. Beides kostet zusammen 250 bis 600 Euro und entscheidet über 5.000 Euro Unterschied in der Ausführung.

Untergrundvorbereitung und Armierungsgewebe

Zwischen altem Mauerwerk und neuem Putz liegen mehrere Schichten, die im Angebot einzeln stehen sollten.

PositionKosten pro qmWann nötig
Reinigen und Abwaschen3 bis 9 Euroimmer
Alten Putz abschlagen und entsorgen15 bis 35 Eurobei hohlliegendem Altputz
Risse aufweiten und schließen8 bis 25 Eurobei Setzungs- oder Schwindrissen
Haftgrund oder Spritzbewurf4 bis 12 Euroauf glatten oder saugenden Untergründen
Armierungsschicht mit Gewebe15 bis 32 Eurobei Untergrundwechsel und auf Dämmung
Eckschienen, Tropfkanten, Anschlüsse6 bis 15 Euroan Öffnungen und Sockeln

Das Armierungsgewebe ist der Posten, der am häufigsten fehlt und am teuersten nachwirkt. Es verteilt Spannungen und verhindert, dass Risse aus dem Untergrund durch den neuen Putz wandern. Trifft Putz auf zwei verschiedene Baustoffe, etwa Mauerwerk und Betonsturz, gehört das Gewebe zwingend darüber.

Das Gerüst als eigener Kostenblock

Ohne Gerüst geht an einer Fassade nichts. Fassadenarbeiten in Höhe sind Arbeiten mit Absturzgefahr, dafür sind Fachbetrieb und geprüftes Gerüst Pflicht. Gerechnet wird nach Quadratmeter Gerüstfläche, üblich sind 6 bis 12 Euro für die erste Standwoche, jede weitere Woche kostet 0,80 bis 2,50 Euro pro Quadratmeter.

Bei einem zweigeschossigen Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Fassade liegt die Gerüstfläche bei etwa 180 bis 220 Quadratmetern. Daraus ergeben sich 1.200 bis 2.600 Euro für die Grundstandzeit. Da Putzarbeiten mit Trockenzeiten drei bis vier Wochen dauern, kommen 400 bis 1.500 Euro Standzeitverlängerung dazu. Auf- und Abbau sind im Quadratmeterpreis meist enthalten, Sondergerüste über Wintergärten oder an Hanglagen nicht.

Verputzen zusammen mit einem Wärmedämmverbundsystem

Wenn die Fassade ohnehin eingerüstet ist, stellt sich die Dämmfrage. Ein Wärmedämmverbundsystem besteht aus Dämmplatten, Armierungsschicht und Oberputz. Der Putz ist darin bereits enthalten, deshalb ist der Aufpreis geringer, als die Einzelpreise vermuten lassen.

VarianteKosten pro qmEnthalten
Nur neuer Putz45 bis 110 EuroUntergrund, Putz, Anstrich
WDVS mit EPS, 14 bis 16 cm150 bis 240 EuroDämmung, Armierung, Oberputz
WDVS mit Mineralwolle180 bis 280 Euronicht brennbar, schwerer
WDVS mit Holzfaser200 bis 320 Eurodiffusionsoffen, ökologisch

Für die energetische Sanierung gibt es Förderprogramme für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle. Die Sätze und Bedingungen ändern sich regelmäßig, deshalb gilt: Prüfe den aktuellen Stand vor Antragstellung beim Förderprogramm selbst und beauftrage erst nach der Zusage. Für eine geförderte Dämmung ist außerdem meist eine Energieberatung mit Bestätigung nötig.

Beispielrechnung: 150 Quadratmeter Fassade

Einfamilienhaus, zwei Vollgeschosse, alter Putz tragfähig, Silikonharzputz auf Armierungsschicht.

PositionMengeKosten
Gerüst, vier Wochen Standzeit200 qm1.600 bis 3.400 Euro
Reinigen und Haftgrund150 qm1.050 bis 3.150 Euro
Risse schließenpauschal400 bis 1.400 Euro
Armierungsschicht mit Gewebe150 qm2.250 bis 4.800 Euro
Silikonharz-Oberputz150 qm4.500 bis 8.250 Euro
Eckschienen und Anschlüssepauschal900 bis 2.250 Euro
Abdecken, Reinigung, Entsorgungpauschal400 bis 900 Euro
Summe11.100 bis 24.150 Euro

Wo du sparen kannst

  • Alten Putz erhalten, wenn er tragfähig ist: spart 15 bis 35 Euro pro Quadratmeter Abbruch.
  • Gerüst mit anderen Gewerken teilen: Fenster, Dachrinne und Rollläden im selben Zeitfenster erledigen.
  • Mineralputz statt Silikonharzputz an geschützten Fassadenseiten: spart 15 bis 30 Euro pro Quadratmeter.
  • Auftrag im Frühjahr oder Herbst vergeben: im Hochsommer sind die Betriebe teurer und ausgebucht.
  • Nur die Wetterseite neu aufbauen, wenn die anderen Seiten intakt sind.
  • Standardkörnung und Standardfarbton wählen: Sonderfarben kosten 5 bis 15 Prozent Aufschlag.
  • Förderung vorab prüfen und erst nach Zusage beauftragen, sonst entfällt sie vollständig.
Was kostet es, eine Fassade verputzen zu lassen?

Rechne mit 45 bis 110 Euro pro Quadratmeter für Material und Lohn. Für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Fassade sind es 11.000 bis 24.000 Euro inklusive Gerüst.

Welcher Fassadenputz ist der günstigste?

Mineralischer Kalkzementputz mit 45 bis 80 Euro pro Quadratmeter. Er ist diffusionsoffen und robust, braucht aber einen Anstrich und ist weniger schmutzabweisend als Silikonharzputz.

Muss der alte Putz immer abgeschlagen werden?

Nein. Sitzt der Altputz fest und klingt beim Abklopfen nicht hohl, reicht Reinigen, Haftgrund und eine neue Oberputzlage. Das spart 15 bis 35 Euro pro Quadratmeter.

Wie lange dauert das Verputzen einer Fassade?

Für ein Einfamilienhaus zwei bis vier Wochen. Die reine Arbeitszeit ist kürzer, zwischen den Putzlagen sind je nach Material und Wetter mehrere Tage Trockenzeit nötig.

Lohnt sich Dämmen beim Verputzen mit?

Oft ja, weil Gerüst und Armierungsschicht ohnehin anfallen. Der Aufpreis für ein Wärmedämmverbundsystem liegt bei 100 bis 170 Euro pro Quadratmeter statt bei den vollen Systemkosten.

Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Preise als Bundesdurchschnitt inklusive Mehrwertsteuer · Angaben ohne Gewähr.

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