Dach und Fassade

Dachgaube einbauen: Kosten nach Gaubenart und Größe

Eine Dachgaube einzubauen kostet 2026 zwischen 2.000 und 6.000 Euro pro laufendem Meter Gaubenbreite, komplett fertig mit Fenster und Eindeckung. Eine dreieinhalb Meter breite Schleppgaube landet damit bei rund 9.000 bis 18.000 Euro.

Kurz gefasst: Die Flachdachgaube ist mit 2.000 bis 3.500 Euro je laufendem Meter die günstigste Bauform. Die Schleppgaube liegt bei 2.500 bis 4.500 Euro, die Satteldachgaube bei 3.000 bis 5.500 Euro und die aufwendig gerundete Fledermausgaube bei 5.000 bis 9.000 Euro je Meter. Dazu kommen Gerüst, Statik und Genehmigung mit 2.000 bis 5.000 Euro. Wer nur Licht und keinen Stehplatz braucht, fährt mit zwei Dachflächenfenstern für 2.400 bis 6.000 Euro deutlich günstiger.

2.000 bis 6.000 Euro

Preis je laufendem Meter Gaubenbreite, fertig eingedeckt mit Fenster.

9.000 bis 18.000 Euro

Schleppgaube mit 3,5 Metern Breite, inklusive Gerüst und Statik.

1 bis 3 Wochen

Bauzeit vor Ort, je nach Größe und Vorfertigungsgrad.

Genehmigung nötig

Gauben verändern die Ansicht und sind in fast allen Ländern anzeigepflichtig.

Was kostet eine Dachgaube nach Bauart?

Abgerechnet wird nach Breite in laufenden Metern, weil daran Sparrenwechsel, Fenstergröße und Eindeckung hängen. Die Bauform entscheidet über den Zimmereiaufwand: Je mehr Kehlen, Grate und Rundungen ein Dach hat, desto mehr Handarbeit steckt in Konstruktion und Blechnerarbeit.

GaubenartPreis je lfmMerkmal
Flachdachgaube2.000 bis 3.500 Euroeinfachster Aufbau, viel Kopfhöhe
Schleppgaube2.500 bis 4.500 Euroflach geneigtes Pultdach, häufigste Bauform
Satteldachgaube3.000 bis 5.500 Eurozwei Dachflächen, klassische Optik
Walmdachgaube3.500 bis 6.000 Eurodrei Dachflächen, mehr Kehlen
Spitzgaube oder Dreiecksgaube3.000 bis 5.000 Eurowenig Nutzfläche, viel Optik
Fledermausgaube5.000 bis 9.000 Eurogerundet, aufwendigste Zimmererarbeit

Vorgefertigte Gauben aus dem Werk drücken den Preis um 10 bis 20 Prozent, weil die Montage an einem Tag steht und das Dach nur kurz offen ist. Voraussetzung ist ein Kran mit freier Zufahrt. In enger Bebauung fällt dieser Vorteil weg, dort wird vor Ort gezimmert.

Statik, Dachstuhl und Sparrenwechsel

Für eine Gaube werden Sparren durchtrennt. Die Last, die sie getragen haben, muss auf die Nachbarsparren umgeleitet werden. Das übernimmt ein Wechsel aus stärkerem Holz oder Stahl, der quer eingebaut wird. Ohne diesen Eingriff bekommt kein Dach eine Gaube.

PositionKostenHinweis
Statische Berechnung600 bis 1.800 EuroPflicht bei jedem Sparrenwechsel
Sparrenwechsel und Auswechslung800 bis 2.500 Euroabhängig von Spannweite und Holzquerschnitt
Gerüst, erste Standwoche800 bis 2.000 Eurobei Traufhöhe bis 8 Meter
Bauantrag oder Anzeige300 bis 1.200 EuroGebühr plus Zeichnungen
Schadhafte Sparren ersetzen60 bis 160 Euroje laufendem Meter Holz

Der Sparrenwechsel ist auch der Punkt, an dem Nachträge entstehen. Erst wenn die Dachhaut offen ist, sieht der Zimmerer, ob das Holz an den Auflagern trocken ist. Bei alten Dächern mit undichten Anschlüssen finden sich dort häufig Feuchteschäden. Lass diesen Fall vorab als Eventualposten mit Einheitspreis ins Angebot schreiben.

Fenster, Dämmung, Verkleidung und Eindeckung

Die Rohkonstruktion ist etwa die Hälfte der Rechnung. Den Rest machen die Schichten aus, die aus dem Holzkasten einen bewohnbaren Raum machen.

  • Gaubenfenster mit Einbau: 700 bis 2.000 Euro je Fenster, dreifach verglast am oberen Ende.
  • Dämmung von Wangen, Dach und Brüstung: 60 bis 140 Euro pro Quadratmeter.
  • Eindeckung Gaubendach mit Ziegeln oder Blech: 90 bis 220 Euro pro Quadratmeter.
  • Wangenverkleidung aus Titanzink oder Schiefer: 150 bis 350 Euro pro Quadratmeter.
  • Anschlussbleche, Kehlen und Abdichtung: 800 bis 2.500 Euro pauschal.
  • Innenausbau mit Gipskarton, Putz und Anstrich: 60 bis 130 Euro pro Quadratmeter.

Die Anschlüsse zwischen Gaube und bestehendem Dach sind der kritische Punkt jeder Gaube. Dort läuft Wasser zusammen, dort entstehen Schäden. Ein Angebot, das Kehlbleche und Anschlussarbeiten nicht einzeln ausweist, ist nicht vergleichbar.

Praxistipp: Plane die Gaube in dieselbe Bauphase wie eine ohnehin fällige Neueindeckung. Gerüst, Kran und Dachdeckertrupp fallen dann nur einmal an, das spart 1.500 bis 3.500 Euro.

Baugenehmigung und Gestaltungssatzung

Eine Gaube verändert die äußere Ansicht des Gebäudes und ist damit in den meisten Bundesländern genehmigungs- oder mindestens anzeigepflichtig. Die Details regeln die Landesbauordnungen, und sie unterscheiden sich erheblich: Manche Länder stellen kleine Gauben frei, andere verlangen für jede Gaube einen Antrag.

Dazu kommen örtliche Vorgaben. Bebauungsplan und Gestaltungssatzung schreiben oft vor, wie breit eine Gaube im Verhältnis zur Dachlänge sein darf, welchen Abstand sie zu First und Ortgang halten muss und welche Materialien zulässig sind. In Sanierungsgebieten und bei Denkmalschutz kommt eine eigene Genehmigung dazu. Frag vor der Planung beim Bauamt nach, das kostet nichts und spart einen Umplanungslauf. Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung, im Einzelfall entscheidet die zuständige Bauaufsichtsbehörde.

Gaube oder Dachfenster: der Kostenvergleich

Beide bringen Licht, aber nur die Gaube bringt Stehhöhe und Grundfläche. Für die Entscheidung hilft ein direkter Vergleich für dieselbe Dachfläche.

LösungKostenGewinn
Zwei Dachflächenfenster, eingebaut2.400 bis 6.000 EuroLicht, keine zusätzliche Fläche
Dachfenster mit Aufkeilrahmen1.600 bis 3.500 Euro je Stückmehr Kopfhöhe am Fenster
Schleppgaube 3,5 Meter9.000 bis 18.000 Eurorund 5 bis 7 qm nutzbare Fläche
Zwei Gauben je 2 Meter11.000 bis 22.000 EuroFläche plus symmetrische Fassade

Die Gaube rechnet sich, wenn aus einer nicht nutzbaren Schräge ein vollwertiger Raum wird. Bei 6 Quadratmetern Zugewinn und einem Wohnungswert von 3.500 Euro je Quadratmeter steht dem Aufwand ein spürbarer Gegenwert gegenüber. Geht es nur um Tageslicht, ist das Dachfenster die klar günstigere Wahl.

Beispielrechnung: Schleppgaube mit 3 Metern Breite

PositionKosten
Statik und Zeichnungen700 bis 1.800 Euro
Bauantrag und Gebühren300 bis 1.200 Euro
Gerüst800 bis 2.000 Euro
Dach öffnen, Sparrenwechsel1.200 bis 2.800 Euro
Gaubenkonstruktion aus Holz2.400 bis 4.200 Euro
Dämmung und Dampfbremse700 bis 1.500 Euro
Fenster mit Einbau900 bis 2.200 Euro
Eindeckung, Bleche, Anschlüsse1.400 bis 3.200 Euro
Innenausbau und Anstrich900 bis 1.900 Euro
Summe9.300 bis 20.800 Euro

Wo du sparen kannst

  • Flachdach- oder Schleppgaube statt Fledermausgaube: spart 40 bis 60 Prozent der Konstruktionskosten.
  • Vorgefertigte Gaube im Werk bauen lassen: 10 bis 20 Prozent günstiger, wenn ein Kran heranfahren kann.
  • Mit einer ohnehin fälligen Neueindeckung kombinieren: Gerüst und Anfahrt fallen nur einmal an.
  • Innenausbau selbst übernehmen: Gipskarton, Spachteln und Anstrich sparen 900 bis 1.900 Euro.
  • Standardfenstermaße wählen: Sonderformate kosten 30 bis 60 Prozent mehr.
  • Vor der Planung beim Bauamt fragen: eine abgelehnte Gaube kostet die Planung ein zweites Mal.
Was kostet eine Dachgaube komplett?

Eine Schleppgaube mit drei Metern Breite kostet fertig 9.300 bis 20.800 Euro inklusive Statik, Gerüst, Fenster und Innenausbau. Je laufendem Meter sind es 2.500 bis 4.500 Euro.

Braucht eine Dachgaube eine Baugenehmigung?

In den meisten Bundesländern ja, mindestens eine Anzeige. Die Landesbauordnung, der Bebauungsplan und eine mögliche Gestaltungssatzung entscheiden. Frag vor der Planung beim Bauamt nach.

Welche Gaubenart ist am günstigsten?

Die Flachdachgaube mit 2.000 bis 3.500 Euro je laufendem Meter. Sie hat den einfachsten Aufbau und bietet gleichzeitig die meiste Stehhöhe im Innenraum.

Lohnt sich eine Gaube gegenüber Dachfenstern?

Nur wenn du Fläche und Stehhöhe brauchst. Für reines Tageslicht sind zwei Dachfenster mit 2.400 bis 6.000 Euro deutlich günstiger als jede Gaube.

Wie lange dauert der Einbau?

Eine vorgefertigte Gaube steht an einem Tag, der Rest folgt in ein bis zwei Wochen. Vor Ort gezimmert dauert der gesamte Einbau zwei bis drei Wochen.

Zuletzt aktualisiert: September 2026 · Preise als Bundesdurchschnitt inklusive Mehrwertsteuer · Angaben ohne Gewähr.

Weitere Themen aus „Dach & Fassade“

Passende Nachbarthemen